Der blinde Fleck in der Strategiearbeit
Warum tun sich Unternehmen, Organisationen und auch die Politik so schwer damit, sinnvolle Veränderungen tatsächlich umzusetzen? Warum schaffen es viele durchdachte Strategien nicht aus der PowerPoint in den Alltag?
Ein zentraler Grund lässt sich beobachten: Der Fokus liegt fast ausschließlich auf der Sachebene, also auf Strukturen, Prozessen und Strategien, während die Beziehungsebene kaum Aufmerksamkeit bekommt. Dabei bedingen sich beide: Wer auf der Sachebene nachhaltig etwas verändern will, braucht auch auf der Beziehungsebene echte Veränderung.
Das hat nichts mit einem Wohlfühlklima zu tun. Es geht um handfeste Fragen: Wie streiten wir konstruktiv um die besten Lösungen? Wie schaffen wir Bedingungen, unter denen schwierige Themen offen angesprochen werden können? Wie erkennen wir die unausgesprochenen Konflikte, die Veränderungen blockieren, bevor wir überhaupt anfangen, sie zu lösen?
In der Praxis fließen in die Sachebene viel Geld, Zeit und Energie. Die Beziehungsebene dagegen wird ausgeblendet oder mit sporadischen Maßnahmen bedient, einem Offsite hier, einem Teamevent dort, einer Weihnachtsfeier. Das reicht nicht.
Unternehmen und Organisationen sind komplexe Systeme. Wer einzelne Teile optimiert, optimiert nicht automatisch das Ganze. Was zählt, sind die Wechselwirkungen zwischen den Elementen. Und die Elemente in Organisationen sind zum größten Teil Menschen.
Systemisches Denken beginnt genau dort: bei den Beziehungen, die zwischen Menschen entstehen, und bei der Frage, wie diese Beziehungen Veränderung ermöglichen oder verhindern.
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